Die Schulen des lateinischen PatriarchatesNeben der direkten Seelsorge sind die Patriarchatsschulen die bedeutendste
institutionelle Aufgabe der katholischen Kirche im Heiligen Land. Bereits der erste
Patriarch nach der Wiedererrichtung im Jahre 1847, Msgr. Giuseppe Valerga, (1847-1872)
erkannte die Bedeutung einer christlichen Schulbildung für die Identität der einheimischen Christen.
Bereits 1854 und 1856 errichtete er die ersten Schulen. Sie sind eines der wichtigsten
Integrationselemente der katholischen Kirche im Heiligen Land. Das lateinische Patriarchat
unterhält in Israel, Jordanien und in den
Autonomiegebieten 43 Schulkomplexe mit 35
Kindergärten, 34 Primar-, 22 Sekundar- und 12 Gymnasialschulen. Von den rund 19'000
Schülern wohnen 2'000 in Israel, 12'000 in Jordanien und 5'000 in den besetzten
Gebieten. Die Schulen sind nicht
konfessionell sondern oekumenisch. Sie werden von katholischen, orthodoxen und
Moslemkindern besucht. Patriarch Michel Sabbah fördert bewusst diese oekumenische
Ausrichtung, denn er sagt, dass in einem Land mit christlicher Minderheit Christen und
Moslems von Kindsbeinen an lernen müssen, miteinander umzugehen, denn nur so könne die
künftige Koexistenz gewährleistet werden. Patriarchatsschulen - Zahlen und FaktenIn Israel bestehen fünf Patriarchatsschulen (vorab in Galiläa mit seiner arabischen Bevölkerung), in Palästina und Jordanien 38 (wovon 12 mit Gymnasium); total 43. Die Schülerzahlen lauten wie folgt:
Von den insgesamt 1210 Lehrkräften sind 1100 Laien und 110 Ordensleute. In Israel, wo der Staat die religiösen Schulen finanziell unterstützt, wurden in den letzten Jahren die Patriarchatsschulen erneuert und den staatlichen Bestimmungen angepasst (beispielsweise Reneh). Der Gesamtaufwand betrug 2,7 Mio USD. Bei den Einnahmen beliefen sich die Schulgelder auf 600'000 USD, während der Staat 2,1 Mio USD beisteuerte. In Palästina betrugen die Gesamtausgaben 3,1 Mio USD, denen lediglich 1,6 Mio USD an Schulgeldern gegenüber standen. Das Defizit betrug 1,5 Mio USD. In Jordanien standen Gesamtausgaben von 3,7 Mio USD, lediglich 1,9 Mio USD an Schulgeldern gegenüber. Hier betrug das Defizit sogar 1,8 Mio USD. Neben dem lateinischen Patriarchat unterhalten auch die Custodie (Franziskaner), die Melchiten, Maroniten sowie die Griechisch-Orthodoxen eigene Schulen. Unter Einbezug der Patriarchatsschulen sind es insgesamt 135 Schulen mit total 70'000 Kindern. Von den Schülern aller christlichen Schulen sind 55% Christen und 45% Moslems. Auch die päpstliche Universität Bethlehem (BU) ist oekumenisch und wird sowohl von Christen als auch von Moslems besucht.
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