Prior Martin Gächter feierte 50 Jahre Priesterweihe und 30 Jahre Bischofsweihe gemeinsam mit den Rittern und Damen des Ritterordens in der Hauskapelle des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg. Zu den Gratulanten gehörten Statthalter Jean-Pierre de Glutz-Ruchti, Kanzlerin Donata Krethlow-Benzinger sowie der Solothurner Landammann Remo Ankli.

 

Der Mai wird auch Marienmonat genannt - Ritter und Damen halten an den Maiandachten, den Marienliedern, dem Marienlob und am Rosenkranzgebet fest. Für Prior Martin Gächter sind die Geheimnisse des Rosenkranzes zum Lebenselixier geworden und zum Zentrum seiner Jubiläums-Predigt. Der 1967 in Delsberg zum Priester und 1977 in der Heiliggeistkirche in Basel zum Bischof geweihte Seelsorger feierte als emeritierter Weihbischof und als Prior der deutschschweizerischen Sektion des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sein Doppeljubiläum - 50 Jahre Priesterweihe, 30 Jahre Bischofsweihe - gemeinsam mit Confratres, Consorores und Gästen auf dem Bleichenberg. Der von Bischof Martin und Prior Paul Rutz in der Hauskapelle zelebrierte Gottesdienst war zugleich die traditionelle Mai-Andacht der Komturei Solothurn.

 

Der Statthalter spricht das Rittergebet, flankiert von den Zelebranten Prior Martin Gächter und Paul Rutz, Prior der Komturei Solothurn.Der Statthalter spricht das Rittergebet, flankiert von den Zelebranten Prior Martin Gächter und Paul Rutz, Prior der Komturei Solothurn.

 

In jenem Elisabethenheim der Ingenbohler Schwestern, dessen Neubau Bischof Martin 1991 einweihte und wo er seit zwei Jahren in einer Parterrewohnung lebt. Oberin Edelina Uhr begrüsste die Gottesdienstbesucher, stellte ihre Ordensgemeinschaft und die Geschichte des Alters- und Pflegeheims vor und bemerkte, die Schwesterngemeinschaft und die Heimbewohner würden die Eucharistiefeiern mit Bischof Martin überaus schätzen. Bischof Martin wies auf den herrschaftlichen Park hin, in dem er gerne beim Flanieren den Rosenkranz bete, dabei über die Geheimnisse und das Mysterium eines der ältesten Gebete der katholischen Kirche nachsinne, dessen Kraft wirken lasse. „Eigentlich habe ich den Rosenkranz erst als Bischof richtig entdeckt. Heute ist er mir ein tägliches Bedürfnis und ich kann euch nur ermuntern, es mir gleich zu tun.“ Er habe auch immer auf das Weihesakrament „Kraft des Heiligen Geistes“ vertraut. Auf die Worte, die beim Handauflegen gesprochen wurden und ihn bis heute begleitet haben.


Vermittler der Einheit

Nach dem Schluss-Segen schritt der Solothurner Landammann Remo Ankli zum Ambo, gratulierte Bischof Martin zu den Jubiläen und dankte im Namen der Regierung für die jahrelange erfreuliche Zusammenarbeit und das „Menschliche“, welches er in Sachgeschäfte eingebracht habe. Der studierte Theologe und Politiker zitierte Bischof Martins Wahlspruch „Servare unitatem spiritus“ (Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren) und stellte fest, Bischof Martin habe sich wirklich als Vermittler ausgezeichnet und den Wahlspruch zu einem Lebensmotto erhoben.

 

Landammann Remo Ankli dankt Bischof MartinLandammann Remo Ankli dankt Bischof Martin

 

Statthalter Jean-Pierre de Glutz-Ruchti oblag es, das vielfältige Lebenswerk von Prior und Grossoffizier Martin Gächter zu würdigen und einige Höhepunkte seines Wirkens hervorzuheben. Dazu zählen der Besuch der Weltjugendtage und der Einsatz für die Migranten und anderssprachigen Missionen, wie auch für die Klöster und Ordensgemeinschaften. In der Schweizer Bischofskonferenz war er Mitglied in den Dikasterien "Geistliche Gemeinschaften" und "Menschen unterwegs" sowie Mitglied der Kommissionen "Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen und Lebensgemeinschaften", "Migration" und "Kommission für Tourismus". Im Bistum Basel war Bischof Martin verantwortlich für die sechzig anderssprachigen Missionen. Von 1987 bis 2000 wirkte er als Jugendbischof der Schweiz. Von 1998 bis 2010 war er Präsident der internationalen Ministrantenvereinigung CIM. Er nahm an den Weltjugendtreffen in Denver (1993), Manila (1995), Paris (1997), Rom (2000), Toronto (2002), Köln (2005), Sydney (2008), Madrid (2011) und Rio de Janeiro (2013) teil. Reisen und Zusammenkünfte, die den weltoffenen Kleriker zum Kosmopoliten werden liessen.

Statthalter Jean-Pierre de Glutz-Ruchti mit Weihbischof Martin Gächter und dem Solothurner Landammann Remo Ankli im Park des Elisabethenheimes.Statthalter Jean-Pierre de Glutz-Ruchti mit Weihbischof Martin Gächter und dem Solothurner Landammann Remo Ankli im Park des Elisabethenheimes.

 

Einige der Lebensstationen brachte Bischof Martin der Festgemeinschaft mit einer humorvoll präsentierten Dia-Schau näher. Komtureipräsidentin Monika Gut dankte dem Jubilar im Namen der Komturei Solothurn und betonte, Bischof Martin habe alle zum Fest-Buffett eingeladen und bewusst auf Geschenke verzichtet. Anstelle eines Präsents wurde ein Obolus ins Kollekten-Körbchen gelegt, welcher den Christen im Heiligen Land zugutekommen wird. Damit integrierte der Deutschschweizer Prior eines der Hauptanliegen des Ritterordens in die stimmige Jubiläumsfeier.


Text und Fotos: Silvia Rietz