Bild_1Das soziale Leben manifestiert sich vor allem in der alljährlichen Investiturfeier. Die Mitgliedschaft im Ritterorden ist ein persönliches Bekenntnis zum apostolischen Wirken in der Kirche und in der Welt, insbesondere zur tätigen Liebe für die Mitmenschen. Mit dem Beitritt in den Orden übernehmen die Mitglieder eine grosse Verpflichtung zum Laienapostolat. Diese Ernennung zum Ritter bzw. zur Dame möchte den ritterlichen Geist in einem höheren Masse weiterentwickeln und zur Auswirkung bringen. Dafür hat die Kirche einen zeremoniellen Ritterschlag und eine religiöse Organisation geschaffen. Somit hat der Orden des Heiligen Grabes ausschliesslich einen religiös-kirchlichen Charakter. Die Investitur ist daher die feierliche und öffentliche Aufnahme eines Mitgliedes in die Gemeinschaft des Ritterordens.
 
Anlässlich der Investiturfeier versammeln sich die Ordensmitglieder, die Ritter und Damen, einmal jährlich zur Kapitelversammlung (Generalversammlung), um die Belange des Ordens zu besprechen und entsprechende Beschlüsse zu fassen. Zudem werden die neuen Kandidatinnen und Kandidaten dem Plenum vorgestellt. Dies geschah in der Schweiz zum ersten Mal 1948 in Oberwaid im Kanton St. Gallen. Anschliessend gab es einmal jährlich solche Investituren. Ausnahmsweise bildeten besondere Ereignisse wie die Einweihung des renovierten Kapitelsaals und der Kirche in Beromünster den Rahmen für eine zusätzliche Investitur. In Bezug auf die Durchführungsorte war man bestrebt, die ganze Schweiz zu berücksichtigen.
 
RitterschlagUm die Internationalität des Ordens besser zum Ausdruck zu bringen, organisieren die Statthaltereien von Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsame Investituren. So fanden zum Beispiel 1979 und 1986 in Salzburg und 1996 in Einsiedeln sogenannte Dreiländerinvestituren statt. Erwähnenswert ist auch die 1984 in Vaduz durchgeführte Investitur, stand sie doch unter dem Patronat des Fürstenpaares Franz Josef II. und Gina von und zu Liechtenstein, beide Mitglieder des Ordens im Rang eines Grosskreuzritters bzw. einer Grosskreuzdame.